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2010 - das Internationale Jahr der Biodiversität

artenvielfalt Nachdem das zurückliegende Jahr ganz im Zeichen des Darwin-Jubiläums und evolutionsbiologischer Fragen stand, wurde das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Durch vielfältige Veranstaltungen, Medienkampagnen und Aktionen soll das Thema der biologischen Vielfalt (Biodiversität) mehr öffentliche Beachtung finden. Es geht dabei nicht nur um die Vielfalt an Arten, sondern auch um die Vielfalt der Lebensräume und den Erhalt der genetischen Vielfalt innerhalb der einzelnen Tier- und Pflanzenarten. Selbstverständlich widmet sich auch das Müritzeum diesem Thema.

Alle drei Bereiche sind eng miteinander verknüpft. Das Netzwerk der biologischen Vielfalt macht die Erde zu einem einzigartigen, bewohnbaren Raum für die Menschheit. Die geschätzte Artenzahl auf unserem Planeten bewegt sich zwischen 10 und 100 Millionen. Bekannt und beschrieben sind derzeit ca. 1,8 Millionen Arten, nur von ca. 40.000 kennt man den Grad ihrer Gefährdung.

Es wurde festgestellt, dass die biologische Vielfalt weltweit, vor allem verursacht durch den Menschen, kontinuierlich abnimmt, z.B. durch:

  • die großflächige Zerstörung, Verkleinerung und Zersplitterung von Lebensräumen,
  • durch Umweltzerstörungen und Umweltschäden
  • durch die Übernutzung von natürlichen Ressourcen
  • durch den Klimawandel
  • durch gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten, die vom Menschen eingeführt oder verschleppt wurden

Wie zeigt sich der Biodiversitätsverlust?

Arten

Die aktuelle Rate des globalen Artensterbens übersteigt die angenommene natürliche Aussterberate um das 100- bis 1.000-fache. Etwa 15.500 Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht, darunter 23% aller Säugetiere, 12 % der Vögel und 31% der Amphibien.

Ökosysteme

Zahlreiche Ökosysteme (Lebensräume) sind weltweit in Gefahr.
Schon 1990 waren etwa 42% des tropischen Regenwaldes vernichtet.
Karibische Korallenriffe sind zu 80% zerstört. 35% aller Mangroven weltweit wurden innerhalb von nur 20 Jahren vernichtet.

Genetische Vielfalt

Je geringer die genetische Vielfalt einer Art, desto größer ist das Risiko, dass sie ausstirbt, denn genetische Vielfalt vergrößert die Chance sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen zu können. Landwirtschaftlich genutzten Arten wurde über Jahrtausende hinweg nach vielfältigen Kriterien gezüchtet. Durch die Begrenzung der Nutzung auf wenige Hochleistungssorten droht diese Vielfalt heute unweigerlich zu verschwinden. Bei wildlebenden Arten ist der Verlust der genetischen Vielfalt bisher noch nicht ausreichend dokumentiert.

Warum sollte uns die biologische Vielfalt am Herzen liegen?

Der Mensch ist ein Teil des biologischen Ökosystems der Erde.
Eingebunden in das komplexe Netzwerk der Natur hängt die Lebensqualität des Menschen unmittelbar von dessen Erhaltung ab.
Der Mensch nutzt die vielfältigen Leistungen der intakten Natur, die sonst nur mit großem technischen und finanziellen Aufwand oder u.U. gar nicht verfügbar wären.

Beispiele:

  • Erzeugung von Lebensmitteln (ca. 100 Millionen Tonnen Wassertiere werden jährlich gefangen und leisten einen erheblichen Beitrag zur globalen Ernährungssicherung)
  • die Regulierung von Wasserhaushalt und Klima
  • Sauerstoffbildung
  • Trinkwassergewinnung (je intakter die Selbstreinigungskräfte der Gewässer, desto kostengünstiger die Gewinnung von Trinkwasser)
  • Arzneilieferungen (10.000 bis 20.000 Pflanzenarten werden weltweit zur Arzneigewinnung genutzt)
  • Rohstofflieferung

Die Vernichtung der biologischen Vielfalt hat erhebliche globale ökonomische Auswirkungen.

Internationale Aktivitäten zum Schutz der Biodiversität

1992 – UNO Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro
    Beschluss eines völkerrechtlichen Abkommens: Convention on Biological Diversity (CBD) – Übereinkommen über die biologische Vielfalt

2002 – Weltgipfel in Johannesburg

2008 – 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Bonn, Übernahme des Vorsitzes der CBD durch Deutschland bis zur nächsten Vertragsstaatenkonferenz

Oktober 2010 - 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Japan

Thema: Überprüfung des globalen 2010-Biodiversitätszieles. Bisherige Bilanz:

- zahlreiche Erfolgsbeispiele auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene
- globales Ziel wurde bisher insgesamt verfehlt

 

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