Newsletter 3 - 2010

Riesenhirsch-Geweih im neu gestalteten Ausstellungsbereich im „Haus der Sammlungen“

RiesenhirschDie Dauerausstellung im „Haus der Sammlungen“ wurde im Bereich zum oberen Treppenaufgang, in dem traditionell auf die eiszeitliche Landschaftsentstehung auf-merksam gemacht wird, neu gestaltet. Hier informiert eine Computer-Station, die mit modernster Technik ausgerüstet wurde, in Bild und Text über die Herkunftsgebiete der Geschiebe. Der Besucher kann mit einem Handdruck auf das entsprechende Gestein selbst die jeweiligen Informationen abrufen.
Geschiebe gehörten zu den ersten Belegen der geologischen Sammlung des Natur-historischen Museums, über deren Geschichte und Bedeutung für die geologische Forschung des Landes auch auf einer Ausstellungstafel berichtet wird.
Das bis zur Sanierung des ehemaligen Müritz-Museums im ständigen Ausstellungs-bereich zu bewundernde  Riesenhirschgeweih ist in diesem Zusammenhang ebenfalls wieder Bestandteil der ständigen Ausstellung.
Der Riesenhirsch gehört zu den im Eiszeitalter (Quartär) ausgestorbenen Großsäugetieren.
Als Ursachen für das Aussterben des Riesenhirsches sind sicherlich mehrere Faktoren in Betracht zu ziehen. Ein wesentlicher Grund wird die bei zunehmender Erwärmung  beginnende Waldentwicklung gewesen sein. Der Riesenhirsch mit einer Geweihspannweite von bis zu 4,00 m hatte keine Möglichkeit, sich den klimabedingten Veränderungen anzupassen, sein Lebensraum schränkte sich ein, die Nahrungsgrundlage reduzierte sich und er starb aus. Inwieweit eine mögliche Überbejagung durch den Menschen vorhanden war, die das Aussterben des Riesenhirsches begünstigte, wird in der Forschung diskutiert.
Vollständig erhaltene Skelette sind in Deutschland bisher nicht bekannt. Irland war offensichtlich  wegen seines Inselcharakters am Ende der jüngsten Vereisung vor ca. 10.200 Jahren vor Chr. ein Refugium für den Riesenhirsch.
Das Riesenhirschgeweih aus dem MÜRITZEUM ist ebenfalls ein Moorfund aus Irland. Die Spannweite des Riesenhirsch-Geweihs beträgt 3,08 m. Es wiegt ca. 40 kg. Die Schulterhöhe des Tieres lag bei ca. 2 Meter.

Aus dem Museumsarchiv: Briefwechsel erschlossen

naturwissenschaftliche BibliothekDas Archiv der Naturhistorischen Landessammlungen für Mecklenburg-Vorpommern im MÜRITZEUM enthält zahlreiche wertvolle Belege wissenschaftlicher Forschungs- und Sammlungstätigkeit. Autographen, Manuskripte, Sammelkataloge und Korrespondenzen bilden eine wichtige Grundlage für wissenschaftshistorische Forschungen.
Als im Jahr 1945 der mecklenburgische Ornithologe Otto Held (1875 – 1945) starb, erhielt das Warener Museum, welches damals noch den Namen „von Maltzan'sches Naturhistorisches Museum für Mecklenburg“ trug, den wissenschaftlichen Nachlass. Er besteht aus einer wertvollen naturwissenschaftlichen Bibliothek, Katalogen, Manuskripten, zahlreichen Vogelpräparaten und anderen naturkundlichen Sammelstücken. Ein wahrer Fundus für wissenschaftshistorische Forschungen ist aber die große Zahl an Briefen und Karten. Zu den Briefpartnern von Otto Held gehörten Naturwissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen, vor allem aber Ornithologen. Mit ihnen tauschte er Beobachtungen und Ansichten über neue Publikationen aus. Er recherchierte im Rahmen eigener Forschungen und lieferte wichtige Zuarbeiten zu Veröffentlichungen, wie z.B. für das Werk „Die Vögel Mecklenburgs (1939) von Rudolf Kuhk. Neben einigen Briefentwürfen und –abschriften von Otto Held blieben vor allem die Antwortschreiben seiner Briefpartner erhalten. Nicht nur deren Inhalt ist von Interesse, die Autographen sind gleichzeitig auch wertvolle Dokumente aus der Feder namhafter Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts.
214 Briefe und Karten aus dem umfangreichen Schriftgut liegen jetzt in transkribierter Form vor. Sie betreffen einen Zeitraum von 1899 bis 1916 und stammen aus der Feder des vielseitigen Zoologen Otto August le Roi (1878 – 1916). Während der Apothekerausbildung 1898 in Homberg, lernten sich Otto Held und Otto le Roi kennen. Ihre Leidenschaft für die Erforschung der Vogelwelt verband sie bis zum frühen Tod le Rois im ersten Weltkrieg. Die Briefe und Karten le Rois geben Auskunft über den recht unterschiedlichen Lebensweg der beiden engagierten Naturwissenschaftler. Für Otto le Roi waren es insbesondere zwei Persönlichkeiten, die seinen wissenschaftlichen Berufsweg beeinflussten. So lernte er im Jahr 1902 während eines längeren Aufenthaltes auf der Kurischen Nehrung den Leiter der Vogelwarte Rossitten, Johannes Thienemann, und dessen Arbeit kennen. Später wurde ihm der namhafte Bonner Ornithologen Prof. Alexander Koenig Mentor und väterlicher Freund. Le Roi begleitete ihn auf verschiedenen Expeditionen und wurde einer seiner engsten Mitarbeiter.
Anhand der Briefe konnte nun der Lebensweg le Rois nachgezeichnet und veröffentlicht werden.
R.Seemann (2009): Otto le Roi (1878–1916) - Zoologe aus Leidenschaft. - Arch. Freunde Naturg. Mecklenb. XLVIII, S.5-70.

Brutsaison beendet

SeagullIn jedem Frühjahr wird es laut über dem Herrensee am Rande der Innenstadt von Waren. Die Luft ist erfüllt von Möwen“geschrei“, denn auf den kleinen Inseln im Außengelände des MÜRITZEUMS, existiert seit den 1950er Jahren eine kleine Lachmöwenkolonie. In den letzen Jahren brüteten dort regelmäßig zwischen 35- 50 Paare. Die Mitarbeiter des MÜRITZEUMS sorgen seit Jahren bereits im Winter dafür, dass die kleinen Inseln den Möwen ausreichend Brutmöglichkeiten bieten. In diesem Jahr haben wieder 50 Paare erfolgreich ihre Jungen aufgezogen. Mitte Juli wird es wieder ruhig am Herrensee, denn nach dem Flüggewerden der Jungmöwen, verlassen alle Vögel innerhalb weniger Tage den Herrensee und ziehen auf die großen Seen des Müritzgebietes. Einen kleinen Film, der schöne Einblicke in das Leben der Lachmöwen zeigt, kann man sich auf der Homepage des MÜRITZEUM unter dem Stichwort „Natur verstehen“ ansehen.

Gesteinssprechstunde im Müritzeum

Bestimmen von GesteinDie bereits im Müritz-Museum zur Tradition gewordene „Gesteinssprechstunde“ findet seit 2008 auch im MÜRITZEUM ihre Fortsetzung.
Viele begeisterte Hobbysammler sind seit dem erstmaligen Stattfinden der „Sprechstunde“ erschienen, um sich Rat oder aber auch Bestätigung zu ihren Fossil- und Gesteinsfunden zu holen. Ebenso gab es zahlreiche Informationen zum Anlegen einer geologischen Sammlung. Häufig wurden Kontakte geknüpft, die nun schon viele Jahre Bestand haben.
Oftmals ließen  die Sammler ihre Funde auch als Schenkung im Müritzeum und bereicherten damit den geologischen Fundus.
Die „Gesteinssprechstunde“ findet 2 bis 3 Mal im Jahr im „Haus der Sammlungen“ des MÜRITZEUMS statt.

Zootour 2010 macht Halt in Waren (Müritz)

Radtour Zoo RostockAm 12.Juni 2010 begrüßten wir zum ersten Mal die Freizeitradsportler der 11. Zootour des Zoos der Hansestadt Rostock . Die Aktion „ Schaffen für die Affen“ hat das Ziel, 2012 das Darwineum zu eröffnen. 130 Freizeitradsportler starteten um 3.00 Uhr in Rostock zur Tour über 333 Kilometer.
In der Streckenführung von Rostock nach Stralsund und Endziel Rostock, war das Müritzeum somit eine Station. Um 6.50 Uhr nahmen wir gemeinsam mit Warener Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer das Team der Sportler in der Teterower Straße in Empfang.
ZootourGemeinsam geleiteten wir die 130 Freizeitradsportler zum Müritzeum. Am Müritzeum begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Dietmar Henkel die Zootour.
Nach einem kräftigen gesunden Frühstück setzten alle die Tour fort. Wir wünschten allen eine gute Weiterfahrt und dem Zootour-Team weiterhin viel Erfolg für das Ziel 2012. Mit dem Zoo Rostock arbeitet das Müritzeum sehr eng unter dem Namen Wie tickt Natur? zusammen. Unter diesem namen sind die führenden Erlebniswelten Mecklenburg-Vorpommerns versammelt. Wie tickt Natur @Twitter Wie tickt Natur @Facebook Wie tickt Natur @MySpace