Newsletter 2 - 2010

Fischfang und Fischzucht an der Müritz - dem größten Binnensee Deutschlands

Fischfang & Fischzucht AusstellungDie Müritzregion ist eng mit der Tradition des Fischereihandwerks verbunden. Während über Jahrhunderte hinweg die berufliche Fischerei den Fischfang bestimmte, ist in den letzten Jahren zunehmend der Angelsport, als beliebte Freizeitbeschäftigung, in den Vordergrund getreten.
Das Müritzeum, als einmaliges Natur-Erlebnis-Zentrum ist prädestiniert dieses interessante und für die Region bedeutsame Thema Fischfang und Fischzucht an der Müritz in Form einer Dauerausstellung zu zeigen. Kein anderer Ort könnte besser geeignet sein, denn mit dem deutschlandweit größtem Aquarium für heimische Süßwasserfische, als Herzstück der Ausstellungen, wird gewissermaßen schon hautnah auf das Thema Bezug genommen.

Zwischen den großen Schauaquarien, also unmittelbar neben den Objekten der Begierde, wird der Bogen von den Anfängen des Fischfangs in ur- und frühgeschichtlicher Zeit bis hin zum modernen Angeltourismus gespannt. Fünf großformatige Schautafeln unter den Überschriften „Ein altes Handwerk“, „Fischerei und Fischzucht“, „Die Müritzfischer“, „Angeln“ und „Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern“ stellen das Thema vielfältig und interessant dar. Prägnante Texte werden von Bildern der traditionellen Fischerei, Skizzen von Fanggeräten aber auch von Fotos kapitaler Fänge ergänzt.

Die Dauerausstellung zum Fischfang und Fischzucht an der Müritz ist mit der Erstellung themenbezogener Schautafeln noch längst nicht fertig gestellt. Ein solch interessantes und praxisbezogenes Thema fordert es förmlich heraus, dass auch unterschiedlichste große und kleine Gegenständen zur Schau gestellt werden. So ist zum Beispiel bis zur Sommersaison in diesem Jahr geplant, eine originale Großreuse, das wichtigste Fanggerät der Binnenfischerei, auf dem Außengelände zu installieren. Auf einer schräg abfallenden Rasenfläche neben dem Hauptgebäude, welche dem Bodenprofil eines Uferbereiches eines Sees ähnelt, wird das Fanggerät mit Hilfe seiner typischen Reusenstangen aufgebaut. Die Funktionsweise, welche bereits auf einer Ausstellungstafel im Aquarium beschrieben ist, wird nochmals direkt am Fanggerät dargestellt.

Ergänzend zu dem Fanggerät auf der Rasenfläche, werden weitere Reusenstangen in genau der gleichen Anordnung, in den unterhalb der Rasenfläche liegenden Herrensee gestellt. Somit hat der Betrachter dann einen direkten Vergleich zu dem, was von solch einem großen Fanggerät im Wasser zu sehen ist. Die Reusenstangen im Herrensee werden ohne Netz gestellt, um nicht unberechtigt Fische zu fangen. Die Anordnung im Herrensee ist dann auch von der Ausstellung im Aquarium aus zu besichtigen. Dieses ist über eine große Acrylglasscheibe möglich, welche einen Ausblick auf den Herrensee erlaubt. Somit ist bereits beim Betrachten der Ausstellung im Aquarium ein praktischer Bezug gegeben, welcher dann anschließend im Außengelände vertieft werden kann.

Eine weitere interessante Ergänzung der Ausstellung soll die Installation eines funktionsfähigen Fischerbrütungsglases, einem so genannten Zugerglas, unmittelbar neben der Schautafel „Fischerei und Fischzucht“ sein. Hier soll mit Plastikkügelchen, welche echten Fischeiern ähneln, demonstriert werden, wie die künstliche Erbrütung von Fischeiern, als wesentlicher Bestandteil der Fischzucht, funktioniert.

Auch eine größere Ausstellungsvitrine, welche kleinere Gerätschaften der Fischerei, wie zum Beispiel Netznadeln und Kescher, zeigt oder auch Kleinmodelle von Fanggeräten, ist für die Erweiterung der Ausstellung vorgesehen.

Umgestaltung der Flächen unter der Herrensee – Brücke im Müritzeumsgarten

SandsteinSeit der Eröffnung des „Hauses der 1000 Seen“ im August 2007 präsentiert sich das Müritzeum mit seinen 3 Ausstellungsbereichen, dem „Haus der 1000 Seen“ mit dem größten und modernsten  Spezialaquarium für heimische Süßwasserfische, dem bereits 2006 nach Sanierung des ehemaligen Müritz-Museums fertig gestellten Haus der Sammlungen und dem Natur-Erlebnis-Garten.

Im Müritzeumsgarten befinden sich zahlreiche größere und kleinere Gesteine, die von der eiszeitlichen Landschaftsentstehung „berichten“. Da sich unter der Herrensee–Brücke noch freie Ausstellungskapazitäten boten, beschloss man,  diese für weiterreichende Informationen zum Thema „Eiszeit“ und den Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft zu nutzen. Das Müritzeum gehört von Beginn an zu den aktiven Wegbegleitern des Geoparks und fungiert als eines von nunmehr 11 Aktionszentren.

Auf den ehemals freien Flächen „informieren“ 10 Findlinge unterschiedlichster Art und Größe von  ihrer Entstehung und ihrem langen Weg, der sie von Baltoskandien bis zu uns während der jüngsten eiszeitlichen Vergangenheit führte. An Hand von partiell angeschliffenen Gesteinsbereichen und mit Hilfe der Informationstafeln lässt sich ihre Zuordnung zu den entsprechenden Gesteinshauptgruppen leicht bewältigen.

Bauunternehmung KarstensBis zum Saisonbeginn 2010 möchten die Mitarbeiter des Müritzeums den Bereich unter der Herrensee–Brücke auch um einen Spielbereich zum Thema „Eiszeit und Gesteine…“ erweitern. Damit wird das Thema der eiszeitlichen, nacheiszeitlichen Landschaftsentstehung, das in sowohl im „Haus der 1000 Seen“ als auch im „Haus der Sammlungen“ auf großen Zuspruch stößt, auch im Müritzeumsgarten das Interesse vieler großer und kleiner Besucher wecken.

Die Gesteine und der für die Gestaltung der Flächen benötigte Kies wurden in dankenswerter Weise von der Bauunternehmung Gebrüder Karstens zur Verfügung gestellt.

Erfahrungen im FÖJ-Jahr 

FÖJSeit dem 1.September 2009 absolviere ich, Lisa Wilm, im Müritzeum mein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Das sogenannte FÖJ ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für Jugendliche. Da ich nach meinem Abitur im letzten Jahr noch unsicher war, was meine berufliche Zukunft betrifft, entschied ich mich für diese Variante- auch, um mal eine Auszeit zu haben und praktischen Tätigkeiten nachzugehen. Jetzt, nach nun fast einem halbem Jahr, bin ich der Meinung, dass diese vorläufige Alternative zu einer Ausbildung oder zu einem Studium eine sehr gute Möglichkeit ist, das Arbeitsleben, viele neue Menschen, aber auch sich selbst kennenzulernen.

Projekt KlimaIm Müritzeum bin ich hauptsächlich im Bereich der Umweltbildung tätig. Zusammen mit meinen Kollegen betreue ich u.a. die verschiedenen Gruppen, organisiere und führe Projekte und Aktionstage durch und veranstalte Kindergeburtstage. Außerdem fällt es in meinen Aufgabenbereich, die unterschiedlichen Aktivitäten fotografisch zu dokumentieren, wie bspw. die Eröffnungsveranstaltung der Warener Wetterfrösche. Ebenso kann ich beim Aufbau und bei der Betreuung von Informationsständen, wie z.B. beim Kinder- und Jugendfestival in Berlin und beim Wissenschaftszug in Neubrandenburg aktiv mitwirken.

KindergrupppeZudem beschäftige ich mich jeden Donnerstag für eine Stunde mit sieben Kindern der evangelischen Grundschule, mit welcher das Müritzeum eine Schüler-AG auf die Beine gestellt hat. So denke ich mir jede Woche ein Programm für diese kleine Gruppe aus und führe es auch meist selbstständig durch. Neben diesen Tätigkeiten habe ich jedoch auch Zeit, mich selbst weiterzubilden, indem ich bspw. Einblicke in die Bibliothek, die
naturhistorische Landessammlung und die Arbeitsweise des
Präparators erhalten kann. Natürlich hat meine Arbeit im Müritzeum aber auch schon zur Erweiterung meines eigenen Wissens, u.a. über die regionale Flora und Fauna der Region beigetragen.

Alles in allem kann ich sagen, dass mich die abwechslungsreiche Beschäftigung begeistert und ich froh bin, mich für ein FÖJ im Müritzeum entschieden zu haben. Ich freue mich auf die restliche Zeit meines Freiwilligen Ökologischen Jahres, welches noch bis 31.August 2010 andauert. Ab dem 01. September wird dann wieder ein freier FÖJ-Platz im Müritzeum sein. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

Wie tickt Natur-Treffen im Zoo Rostock

Miteinander für die NaturVertreter der vier führenden Erlebnis-Welten Mecklenburg-Vorpommerns trafen sich am 22. Februar 2010 im Rostocker Zoo. Susanne Schimke vom Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL auf Rügen, Janek Wiederänders und Jens Oulwiger vom OZEANEUM in Stralsund, Thomas Kohler vom Müritzeum in Waren und Danielle Werner vom Zoo berieten zusammen mit dem Projektleiter Henry Gidom die Vorhaben des neuen Netzwerks „Wie tickt Natur“.

Die vier gemeinnützigen Einrichtungen wollen zukünftig unter einem Dach vereint ihre Arbeit auf vielen Ebenen verknüpfen. Henry Gidom, der Projektleiter sagte dazu: „Wie tickt Natur ist damit eine deutschlandweit einzigartige Kooperation. Der Impuls zu diesem Zusammenschluss kommt von den vier Unternehmen selbst. Als Markenzeichen für das Netzwerk haben wir eine Lupe gewählt, denn es gibt viel zu entdecken.“ Ziel wird es sein, eng mit dem Tourismusverband MV und weiteren Partnern in Deutschland und Europa zusammenzuarbeiten und die Einwohner und Urlaubsgäste durch die modernen Ausstellungen und Präsentationen der Tier- und Pflanzenwelt zu begeistern. Damit leisten die Edutainment-Zentren einen wichtigen Beitrag zur Natur- und Umweltbildung. Unter anderem sollen die umweltpädagogischen Programme für Kinder und Jugendliche auch überregional via „Wie tickt Natur“ präsentiert werden. Mit dem gemeinsamen Internetauftritt www.Wie-tickt-Natur.de  wollen die Partner über die Landesgrenzen hinweg zeigen, dass Erholung, Freizeitspaß und Bildung im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zusammen gehören. Schon längst erfüllen die Partner dabei die höchsten touristischen Qualitätsstandards.
Ansprechpartner in Rostock ist Henry Gidom. Der studierte Politikwissenschaftler kehrt mit dieser neuen Herausforderung in sein Heimat-Bundesland zurück. Vor seinem Studium arbeitete er beim Nordkurier in Neubrandenburg.

Die Wie tickt Natur-Partner (v.l.n.r.) Janek Wiederänders, Henry Gidom, Susanne Schimke, Thomas Kohler, Danielle Werner, Jens Oulwiger (Foto: J. Klook, Zoo Rostock)

Weitere Informationen

Urlaub MVWie tickt Natur
Henry Gidom
c/o Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Platz der Freundschaft 1
18059 Rostock

www.Wie-tickt-Natur.de
Skype: wie-tickt-natur
Tel: +49 381 40 30 840
Fax: +49 381 40 30 755

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