Newsletter 1 - 2009

Das Müritzeum startet in die neue Saison

Im zweiten Jahr des Bestehens des NaturErlebnisZentrums an der Müritz heißt es an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen und mit neuen Ideen zu starten. Die guten Besucherzahlen des Vorjahres sind Ansporn für alle. Neben verschiedenen interessanten Sonderausstellungen sowie vielfältigen museumspädagogisch betreuten Führungen und Veranstaltungen werden den Besuchern des MÜRITZEUMS auch 2009 zahlreiche Kammerkonzerte, Aufführungen des Puppentheaters und Abendvorträge angeboten. Neu in diesem Jahr ist ein Konzert, das im Rahmen der "Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern" stattfindet.

Im Marketing richtet sich das Hauptaugenmerk auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit mit allen Partnern, insbesondere den Touristikanbietern, Hotels, Ferienwohnungen und Jugendherbergen. Es konnten bereits verschiedene neue Kooperations-Verträge geschlossen werden. Die Einführung von Gutscheinen unterstützt die Zusammenarbeit, ermöglicht ein einheitliches Auftreten der Kooperationspartner und schafft einen Widerkennungseffekt. Als Angebot für Gruppenreise wurde in Zusammenarbeit mit einigen repräsentativen Hotels ein Sales Folder erarbeitet.

Unsere besonderen Angebote stellen wir auch auf verschiedenen Messen sowie der BUGA in Schwerin vor.

Rund ums Aquarium

Generationswechsel im Aquarium durch ein außergewöhnliches Experiment

Nachzucht in TeichenDas besondere Highlight im Süßwasseraquarium des Müritzeums ist das 105.000 l Tiefenbecken. Großmaränen, eine relativ seltene und anspruchsvolle Fischart, werden hier in einem aus hunderten Tieren bestehenden Fischschwarm gezeigt.

Das Besatzgewicht von etwa 200 Gramm je Tier hat sich in den eineinhalb Jahren durch optimale Haltungsbedingungen auf 1,5 bis 2,0 Kilogramm Stückmasse erhöht! Um einem Überbesatz vorzubeugen, wurden jetzt 80 Tiere für ein ganz besonderes und bisher einmaliges Experiment entnommen. Die Fische sollen für Nachwuchs sorgen, da ein Großteil von ihnen üppigen Laichansatz aufweist. Da die Temperatur im Tiefenaquarium mit ca. 14°C für die "Kaltlaicher" noch zu warm und ein weiteres Herabkühlen der Wassertemperatur nicht möglich ist, wurden die ausgewählten Fische eingefangen und nach Groß Schwiesow (bei Güstrow), in eine vorbereitete Rundbeckenanlage gebracht.

Das besondere Problem war, dass ausgewachsene Fische dieser empfindlichen Fischart bisher noch nicht lebend gefangen, transportiert und umgesetzt wurden. Das Fangen erwies sich in der Tat als das größte Problem. Mit viel Mühe und einem extra angefertigten, übergroßen Kescher gelang es in dem 6,20 Meter tiefen Aquarium die Tiere unbeschadet einzufangen. Der Transport war heikel aber machbar. Bei einer sehr niedrigen Transporttemperatur und Zugabe von Sauerstoff, konnten mit einer Ausnahme, alle Tiere die Rundbeckenanlage unbeschadet erreichen. Dort werden sie zurzeit auf unter 10°C heruntertemperiert. Anschließend sollen Versuche zur künstlichen Vermehrung unternommen werden.

Ein Teil der Fische wird in eine Versuchsteichanlage der "Binnenfischerei GmbH Frauenmark" überführt. Das Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei M/V und der Verein "Fisch und Umwelt" haben dort kleine Großmaränen in Teichen aufgezogen.

Mit den großen "Laichern" aus dem Aquarium werden durch das Institut Versuche zur Nachzucht in Teichen durchgeführt. Als Gegenleistung erhielt das Müritzeum einen großen Schwarm junger Großmaränen. Diese Tiere werden zurzeit im Quarantänebereich unserer Einrichtung eingewöhnt. Ab April sollen die Jungfische in mehreren Etappen in das Tiefenbecken überführt werden und bilden dann mit den ausgewachsenen Tieren einen gemischten Schwarm.

Neues aus den Ausstellungen

Der "Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft" - eine neue Sonderausstellung

Geopark Mecklenburgische EiszeitlandschaftAm 2. Februar wurde im "Haus der Sammlungen" die erste Sonderaustellung des Jahres 2009 eröffnet. An der gut besuchten Eröffnungsveranstaltung nahmen auch der Bürgermeister der Stadt Waren (Müritz) Günter Rhein, der stellvertretende Landrat des Müritz-Kreises, Siegfried Roloff sowie der Leiter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Mecklenburg - Vorpommern, Dr. Harald Stegemann teil.

Diplom-Geologe Klaus Granitzki aus Usadel, der der Ideengeber und Initiator des "Geoparks Mecklenburgische Eiszeitlandschaft", stellte in einer kurzen Eröffnungsrede Anliegen und Entwicklung des Projektes vor. Den Mitgliedern des Geowissenschaftlichen Vereins Neubrandenburg e.V., dem heutigen Trägers des Geopark-Projektes, und vielen Geopark - Enthusiasten war es zu verdanken, dass am 2. Juli 2002 der "Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft" mit einer Gesamtfläche von 4880 km² eröffnet werden konnte. Ziel des Projektes ist die Erschließung geotouristischer Angebote bei Berücksichtigung aller Umweltbelange. Das geschieht durch die Einbeziehung der Geopark-Aktionszentren, deren Anzahl inzwischen auf 11 angewachsen ist. Von Beginn an gehörte das ehemalige Müritz-Museum und jetzige Müritzeum zu den Aktionszentren. Im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen und Führungen erhalten Einheimische und Gäste der Region Einblick in die eiszeitliche Landschaftsentstehung und Informationen über die Vielfalt der charakteristischen geologischen Landschaftselemente.

Die Ausstellung informiert über Ziele und Inhalt des Geoparks und stellt die einzelnen Aktionszentren vor. Der Besucher erfährt wissenswertes über das ständig wachsende geotouristische Angebot innerhalb des Geoparks. Die Vorbereitung und Durchführung der Sonderausstellung erfolgte vor allem in Zusammenarbeit mit dem Geowissenschaftlichen Verein Neubrandenburg e.V.. Sie ist noch bis zum 13. April im Müritzeum zu sehen.

Einblick in die Sammlungen

Geflügelte Schätze

Schatzkammern der NaturVon den etwa 3600 in Deutschland vorkommenden Schmetterlingsarten, entfallen 2700 Arten auf die Kleinschmetterlinge. Nicht alle leben auch in Mecklenburg-Vorpommern. Wie viele Arten es tatsächlich sind, ist noch unbekannt, denn der Stand ihrer Erforschung ist noch nicht ausreichend. Die Bestimmung dieser kleinen, meist nachtaktiven Falter ist schwierig und z.T. recht aufwendig. Die Zahl der Spezialisten ist daher gering. Bis 1945 wurden lediglich 5 wissenschaftliche Arbeiten über die Kleinschmetterlinge Mecklenburg-Vorpommerns veröffentlicht. Es gibt nur 3 Sammlungen für unser Bundesland in öffentlich zugänglichen Einrichtungen. Sie befinden sich in der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, im Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg und in den Naturhistorischen Landessammlungen im MÜRITZEUM in Waren.

Unsere Sammlung umfasst 521 Kleinschmetterlingsarten und stellt einen unschätzbaren wissenschaftlichen Fundus dar. Die rund 2300 Belege aus dem 20.Jh., wurden vor allem von Carl Hainmüller (Waren), Werner Eichbaum (Schwerin) und Arnold G. Rimpau (Alt Falkenhagen b. Waren) zusammengetragen. In den Jahren 2003 - 2005 wurde die Sammlung wissenschaftlich bearbeitet und 2008 erfolgte die Datenaufnahme in einer Computerdatenbank.

Druckfrisch

Neuer Angebotskatalog für Schulklassen

Pünktlich zum Saisonauftakt im MÜRITZEUM er-schienen - ein neu gestalteter Katalog für Schulklassen mit dem Titel: "... durch die Lüfte, Wälder und Seen". Lehrerinnen und Lehrer erhalten mit diesem Katalog eine kurze Übersicht unserer Angebote im Rahmen der Umweltbildung.

Die Vorschläge reichen vom Müritzeum-Kennenlern-Angebot bis zu konkreten Projekten in den verschiedensten natur-wissenschaftlichen Fachgebieten. In kurzen Texten und durch vielfältige Fotos werden die einzelnen Ausstellungsbereiche des Müritzeums vorgestellt und Anregungen für die Gestaltung interessanter Projekte zu ausgewählten Ausstellungsthemen gegeben.

Gern arbeiten wir, wenn Sie möchten, auch mit Ihnen gemeinsam, einen speziell auf Ihre Wünsche zugeschnittenen Projekttag aus. Wenn Sie sich mit Ihren Schülerinnen und Schülern auf das Abenteuer Naturerlebnis an der Müritz begeben möchten, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Sie erreichen uns unter der Telefonnummer 03991 - 633 68 - 21 oder umweltbildung@Mueritzeum.de. Wir schicken Ihnen auch gern unseren Angebotskatalog zu.

Auf den Spuren der Eiszeit durch die Warener Altstadt

Geologischer StadtführerVon den Mitarbeitern des Müritzeums wurde ein "Geologischer Stadtführer durch die historische Altstadt von Waren (Müritz)" erarbeitet, der seit Kurzem gedruckt vorliegt.

Damit wurde ein besonderes Angebot für geologisch interessierte Besucher geschaffen. Sie können auf eigene Faust Interessantes entdecken, das sowohl mit der Warener Stadtgeschichte als auch mit der eiszeitlichen Landschaftsentstehung verbunden ist. Im Stadtgebiet von Waren, wie in den meisten Städten Mecklenburg-Vorpommerns, findet man Gesteine unterschiedlichster Art und Größe, verbaut als Straßenpflaster, in Stadtmauern, in Kirchen, in Fundamenten und in Gebäudesockeln. Es sind Granite, Gneise oder Sandsteine, die von den Gletschern der letzten Eiszeit aus Skandinavien mitgeführt wurden. Am Ende der Kaltzeit blieben sie hier und machten Mecklenburg - Vorpommern zu einem "steinreichen" Land. Unser Stadtführer schickt sie auf eine Erkundungstour quer durch die Warener Altstadt und der Aufstieg auf den Turm der Marienkirche bietet außer einer schönen Aussicht auch einen neuen Blick auf eine von Gletschern vor mehr als 10.000 Jahren gestaltete Landschaft.