Basalt – Gestein des Jahres 2009

Basalt - Gestein des Jahres 2009Als Nachfolger des Granits (2007) und des Sandsteins (2008), wurde im Februar des Jahres 2009 der Basalt (Basanites (griechisch) –„Der Stein von Basan“ (Syrien)) zum Gestein des Jahres 2009 benannt. Auf der Internetplattform des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler e.V. (BDG) (www.geoberuf.de) wird der Geologe Werner Pälchen zitiert: „Eigentlich jeder in Deutschland müsste bereits Basalte gesehen haben. Jedenfalls, wenn er nicht gerade in der Norddeutschen Tiefebene wohnt und mit offenen Augen einige Schritte vor die Haustür gegangen oder auch ein paar Kilometer mit dem Auto gefahren ist.“

Dem ist nicht zu widersprechen, denn zum Beispiel der Scheibenberg im Erzgebirge in Sachsen oder der Vogelsberg in Hessen sind aus Basalt und unübersehbar. Aber natürlich lassen sich Basalte auch in Norddeutschland finden, als Nordische Geschiebe. Sie sind Mitbringsel der im Eiszeitalter (Quartär: vor ca. 1,8 Mio. Jahren v. Chr. bis heute) stattgefundenen „Eistransporte“ aus den Nordeuropäischen Vereisungsgebieten. Da die schwarzen, schweren und ein dichtes Gefüge zeigenden Basalte Leitgeschiebe sind, sind ihre Herkunftsgebiete bestimmbar. So sind diese Gesteine, neben vielen anderen,  wichtige „Dokumente“ für die Eiszeitalterforschung.

Entstehungsbedingungen und Eigenschaften von Basalt

Basalte sind vulkanischen Ursprungs, d.h., sie gehören zu den Magmatiten und hier wiederum zu den Ergussgesteinen, die an der Erdoberfläche oder  auf den Böden der Ozeane erstarrten. In Mitteleuropa gehören die Basalte zu den jüngsten vulkanischen Bildungen (Tertiär: Eozän–Miozän; vor ca. 55–5 Mio. Jahren v. Chr.). Sie entstanden in Gebieten, in denen dünnflüssiges, kieselsäurearmes Magma oberflächlich austrat und als Basalt-Lava erstarrte. Während der Abkühlungsphase verlor die Lava an Volumen. Es bildeten sich Risse senkrecht zur Abkühlungsfläche, in deren Folge die bekannten sechseckigen Basaltsäulen mit oft mehrere Metern Länge entstanden. Da die Abkühlung an der Oberfläche schneller als an der Basis verlief, sind die Säulen im unteren Teil stärker als im oberen. Die imposanten Säulenbildungen werden im Volksmund häufig als „Orgelpfeifen“ bezeichnet.

BasaltsäulenWie bei den meisten Gesteinstypen gibt es auch beim Basalt nicht den Basalt, sondern mehrere Basaltoide. Das sind vulkanische Gesteine, die sich mineralogisch durch einen Ca-reichen Feldspat (Plagioklas) und durch ein Ca-, Na-, Mg-, Fe-, Al-Silikat (Augit) sowie einem Kieselsäuregehalt von ca. 45 bis 50% auszeichnen. Die Übergänge zwischen den Gesteinstypen (Basanit, Thephrit …) sind fließend. Hinter der Bezeichnung Basalt kann sich also eine Vielzahl chemisch-mineralogisch ähnlicher basischer Gesteinstypen „verbergen“.
Neben den „Jungbasalten“ tertiären Alters gibt es auch geologisch alte Basalte, die durch Gebirgsbildungsprozesse, meist im Perm (ca. 296-251 Mio. Jahre v. Chr.), entstanden sind und als Paläobasalte oder Melaphyre bzw. Diabase bezeichnet werden.

Einsatz und Verwendung von Basalt 

Basalte weisen eine hohe Verwitterungsbeständigkeit auf. So sind in der Vergangenheit ganze Gebäude aus dem Gestein gebaut worden wie zum Beispiel die Burg Stolpen (Sachsen), sicher bekannt durch Gräfin Cosel  (1680-1765), Geliebte August des Starken (1670-1733), die auf der Burg 49 Jahre inhaftiert war. Neben den Bau von Sockeln und Gebäuden wird  Basalt heute als Schotter für den Straßen- und Eisenbahnenbau genutzt. Weiterhin findet er Verwendung in der Kunst sowie beim Garten- und Landschaftsbau.

Basalt in Norddeutschland

Auch im Norddeutschen Raum lässt sich Basalt finden. Das Herkunftsgebiet dieser Basalte steckt bereits in ihren Namen: Basalte aus dem Oslo-Gebiet und Basalte aus Schonen.

Auch wenn der Basalt als Geschiebe in Norddeutschland nicht die imposanten und augenscheinlich auffälligen Säulenbildungen aufweisen kann, gehört das Gestein des Jahres auch hier zu den markanten Gesteinsbildungen und ewährt Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Erde.

Was ist ein Geotop, was bedeutet sedimentär und was genau ist ein Feldspat? In unserem Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe aus dem dem Bereich der Geologie.

Literatur und Quellen