Sandstein – Gestein des Jahres 2008

SandsteinNach dem Granit im Jahr 2007 ist der Sandstein das Gestein des Jahres 2008.Diese Gesteine entstehen durch mechanische und chemische Verwitterung und unter Mitwirkung von Organismen. Sie werden auch als Ablagerungs- oder Ausscheidungsgesteine, entsprechend der im jeweiligen Sedimentationsraum vorherrschenden physikalischen und chemischen Bedingungen, bezeichnet. Die Sedimentation erfolgt auf dem Land, in Fließgewässern, Seen oder Meeren. Als Transportmittel treten Wind, Wasser und Eis auf.
Zu den Sedimentgesteinen zählen:

Ausgangspunkt der Sedimentgesteine sind unverfestigte Sedimente, wie Tone, Schluffe, Sande, Kiese, die so genannten Lockergesteine. Durch Verfestigung, infolge erhöhter Temperaturen und Drücke im niederen Bereich (Diagenese), entstehen aus den Sedimenten Sedimentgesteine.

Die Sandsteine gehören zu den klastischen Sedimentgesteinen. Sand umfasst das Korngrößenspektrum 0,063 bis 2 mm. Aus diesem Lockersediment bilden sich durch Verkittung der Sandkörner, die aus unterschiedlichen Mineralen bestehen können, Sandsteine. Häufig ist das verwitterungsbeständige Mineral Quarz. Bei erhöhtem Feldspatanteil nennt man das Gestein Arkose.

Die Arten des Bindemittels (Verkittungsmittels) variieren. Man unterscheidet:

Auch eine Vermischung der Bindemittel ist möglich.

Vorkommen von Sandsteinen

Sandsteine sind weltweit verbreitet. Ein sicherlich sehr bekannter Ort ist die (Sandstein-) Felsenstadt Petra in Jordanien, die seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Aber auch in Deutschland treten landschaftsprägende Sandsteinformationen, wie die bizarren Felsen auf Helgoland oder das Elbsandsteingebirge in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz auf. Hinzu kommen markante Aufschlüsse, wie zum Beispiel die Teufelsmauer im Harzvorland und die Externsteine im Teutoburger Wald.

Verwendung und Nutzung von Sandstein

Sandsteine sind aber nicht nur „Architekten malerischer Landschaften“ (www.geoberg.de), sie sind wirtschaftlich betrachtet zugleich auch natürliche Baustoffe und bedeutende Energiespeicher. Für Künstler sind sie faszinierende Werkstoffe.

In den norddeutschen Städten begegnen uns Sandsteine - als „Mitbringsel“ der jüngsten geologischen Erdgeschichte, der „Eiszeit“. Als Sandsteingeschiebe wurden sie zusammen mit anderen Gesteinen unterschiedlichster Art und Größe aus ihren nordeuropäischen Herkunftsgebieten von den Inlandeismassen und deren Schmelzwässern in unsere Region transportiert und abgelagert. Diese Sandsteingeschiebe wurden zusammen mit den anderen Gesteinsarten (Geschiebearten) als Straßenpflaster verbaut. Sie finden sich auch in alten Stadtbefestigungen, in Trockenmauern, in Gebäudesockeln, in Feldsteinkirchen und so weiter. (Abb. 2, 3).

SandsteinmauerNeben ihrer Bedeutung als Baustoff, spielen die Sedimentärgeschiebe, zu denen auch die Sandsteine gehören, eine wichtige Rolle in der Eiszeitalterforschung. Wegen ihres möglichen Fossilgehaltes sind sie darüber hinaus wichtige Anzeiger bei der Erforschung zur Entstehung und Entwicklung des Lebens auf unserer Erde.

Als mögliche Speichergesteine für thermale Wässer (Nutzung von Erdwärme) oder Erdgas (fossiler Brennstoff) können Sandsteine bedeutende Energiespeicher sein und stehen deshalb im Fokus geologischer Erkundungen. In Waren (Müritz) befindet sich die Geothermische Heizzentrale zur Nutzung von Erdwärme im Megawatt-Leistungsbereich in Deutschland (seit 1984).

Was ist ein Geotop, was bedeutet sedimentär und was genau ist ein Feldspat? In unserem Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe aus dem dem Bereich der Geologie.

Literatur und Quellen

Abbildungen