Granit - Gestein des Jahres 2007

Smalandgranit, Nordisches Geschiebe„Feldspat, Quarz und Glimmer, die vergess’ ich nimmer“. Selbst, wer wenige Berührungspunkte mit der Geologie hat, wird diesen (Merk)-Satz schon einmal gehört haben. Der Geografieunterricht in der Schule, der in den höheren Klassenstufen auch die Gesteinskunde tangiert, wird wohl in diesem Stoffgebiet kaum darauf verzichten, den Granit als das Gesteinsbeispiel für ein magmatisches Tiefengestein vorzustellen.

Feldspat und Quarz sind die Hauptbestandteile eines Granits, sozusagen die wesentlichen mineralischen Indizien, an Hand derer eine erste Klassifizierung vorgenommen werden kann. Zur genaueren Bestimmung werden dann auch die weniger offensichtlichen Gemengteile, die Akzessorien, hinzugezogen. Darüber hinaus sind Übergemengteile, wie bei den Graniten zum Beispiel der Glimmer, für die Beschreibung des Gesteins und seine Namengebung von Bedeutung. Für die Zuordnung zur Granit-Gruppe sind Feldspat und Quarz aber die entscheidenden Minerale (Mindestanteil: 20 Vol.-%)

Herkunft und Vorkommen von Graniten

Taufbecken aus dem 13.JahrhundertGranite begegnen uns als Findlinge, als Geschiebe kleineren Ausmaßes, als Geröll oder bei Wanderungen in den Steinbrüchen Süddeutschlands, in unseren Mittelgebirgen und sind auch im norddeutschen Flachland unübersehbare Zeugen der eiszeitlichen Landschaftsentstehung.

Als Geschiebe aus dem baltoskandischen Raum zu uns gekommen, sind sie charakteristische Landschaftselemente in den flachwelligen, kuppigen Grund- sowie den hügligen, zum Teil wallartigen Endmoränen.

Reibmühlen (Vordergrund) aus der JungsteinzeitBesonders augenscheinlich sind dabei Findlinge, große Geschiebe, die mit den Inlandeismassen aus ihren nordeuropäischen Herkunftsgebieten über viele Hunderte von Kilometern zu uns gelangten. Schaut man sich die Findlinge etwas genauer an, so wird man feststellen, dass die Mehrheit magmatischen (granitischen) und metamorphen Ursprungs ist. Das liegt einerseits an der quantitativen Verbreitung dieser Gesteine, andererseits konnten sie dem Eis, dem Wind und dem Wasser mehr trotzen, als die sedimentären Gesteine, die wegen ihrer Zusammensetzung und daraus resultierenden Dichte und Härte weniger widerstandsfähig gegenüber den exogenen Kräften waren und selten mit 1 m Kantenlänge oder mehr nach Norddeutschland gelangten.

Vorkommen von Graniten in Mecklenburg-Vorpommern

Aus dem Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns ist sicherlich der große Stein von Altentreptow mit einem Volumen von 133m3 (Länge 8,2 m; Breite 6 m; Höhe 5,2 m; 360 t) am bekanntesten. Er ist der größte festländische Findling unseres Bundeslandes und ein Granit.

Weltweite Vorkommen von Graniten

Hauptverbreitungsgebiete der Granite sind die zentralen Teile der Faltengebirge (Alpen, Rocky Mountains, Anden), die alten Gebirgsrümpfe (Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge, Schwarzwald) und die Alten Schilde (Skandinavien, Ukraine, Süd- und Zentralafrika,. Unübersehbar ist der Einfluss der Gesteine auf Bodenbildung, Vegetation und Relief einer Landschaft.

Nutzung und Verwendung von Graniten

Seit der Steinzeit (10.000-1.800 v. Chr.) finden Granite als natürliche Werkstoffe Verwendung. Wurden aus ihnen zunächst Werkzeuge, wie zum Beispiel Beile, Äxte und Reibmühlen hergestellt, nutzte man sie später zum Bau von Straßen, Kirchen und Häusern, als Fassadenverblendung, als Bodenfliese und so weiter.

Merkmale des Granits

Schaut man sich in den Städten und Dörfern unseres Landes um, stößt man also förmlich auf Granit, oder besser gesagt besser auf die Granite, denn in ihrer Form und Farbe sind sie sehr unterschiedlich. Der Name bezieht sich auf die „Körnigkeit“ dieses Gesteins (lat. granum – Korn), die zwischen 0,1 und 10 mm variiert und nicht auf die Zusammensetzung, die trotz des o.g. (Merk)-Satzes in Intensität und Extensität sehr unterschiedlich sein kann.

Granite zeigen eine für Tiefengesteine typische Kristallstruktur, die durch langsame Abkühlung des Magmas in der Tiefe entsteht. Entscheidend für das Erscheinungsbild der Granite sind Größe, Form und Farbe der Feldspäte (Orthoklase, Plagioklase) und Quarze sowie der Anteil dunkler Bestandteile, zum Beispiel des Glimmers. Unter www.kristallin.de ist durch die Vielfalt Nordischer kristalliner Geschiebe erahnbar, wie viele „Granitvarietäten“ es allein im baltoskandischen Raum gibt. Sie lässt aber auch Rückschlüsse auf die Vielfalt der granitischen Gesteine insgesamt zu, denn diese sind in Bezug auf ihre Bildungsbedingungen – tektonische Vorgänge, magmatische Differentiationsprozesse –  weltweit anzutreffen.

Was ist ein Geotop, was bedeutet sedimentär und was genau ist ein Feldspat? In unserem Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe aus dem dem Bereich der Geologie.

Literatur und Quellen