Jurvenator Starki - Ein Jahrhundertfund?

Der Dinosaurier–Beleg wird als Jahrhundertfund gewertet. Die Gründe hierfür sind vielfätig:

1. Es wurde eine neue Art entdeckt.

Die wissenschaftlichen Bearbeiter, Dr. Ursula Göhlich (Naturhistorisches Museum Wien; zuvor Paläontologisches Institut der Universität München) und Dr. Luis Chiappe (History Museum of Los Angeles County), beschreiben den Saurier als eine neue Art, der sie den Namen Juravenator starki gaben. Die Namensgebung für die Gattung basiert auf der  geologischen Periode, in der der fleischfressende Juravenator im Erdmittelalter gelebt hat und auf seiner Art der Nahrungsbeschaffung, dem Jagen [venator (lat.): Jäger]. Der Saurierfund erfolgte im Steinbruch der Familie Stark aus Schamhaupten im Landkreis Eichstätt (Bayern). Der Artname starki lässt sich von den Eigentümern des Steinbruchs herleiten. Eigentliche Finder des Fossils waren zwei als Grabungshelfer tätige Brüder, Klaus Dieter und Hans Weiss

2. Der Erhaltungszustand ist bisher einmalig für Europa.

Die Plattenkalke von Schamhaupten sind mit ca. 151 Mio. Jahren erdgeschichtlich betrachtet nur unwesentlich älter als die ebenfalls aus dem Altmühltal stammenden bekannten Solnhofener Plattenkalke. Solnhofener Plattenkalk:   Oberer Jura, (Malm Zeta 2), 150 Mio. Jahre.Neben anderen sehr gut erhaltenen Fossilien sind vor allem der Urvogel Archaeopteryx und der kleine Raubdinosaurier Comsognathus aus dem Solnhofener Plattenkalk bekannt. Doch der Plattenkalk erlangte nicht nur als Fossilfundstätte Berühmtheit. Auch die Erfindung der Lithografie Ende des 18. Jahrhunderts trug wesentlich zu seinem Bekanntheitsgrad (Lithografischer „Schiefer“) bei.

Schamhauptener Plattenkalk: Oberer Jura, (Malm Epsilon), 151 Mio. Jahre. Comsognathus und Juravenator gehören zur Familie der Comsognathidae. Juravenator starki war ein zweibeinig laufender Raubdinosaurier. Dass er ein Fleischfresser war, ist an seinen Zähnen erkennbar, die sichelförmig gebogen und mit geriffelten Schneidekanten ausgestattet sind. Die Extremitäten dienten dem Festkrallen/Festhalten der Beute. Der Lebensraum von Juravenator war eine Insel im flachen Jurameer. Zu seinem Beutespektrum gehörten Eidechsen, Insekten , Jungtiere von Urvögeln und Flugsauriern. Altersuntersuchungen ergaben, dass der Saurier bereits sehr jung zu Tode kam (großer Schädel, geringe Körpergröße). Die extrem gute Erhaltung des Fossils ließ an einigen Körperteilen, vor allem im Schwanzbereich, Hauteindrücke erkennen. Mit Hilfe von langwelligem UV-Licht konnten dort auch mineralisierte Weichteil–Rückstände sichtbar gemacht werden, wie zum Beispiel eine Hautbeschuppung  und Muskelreste.

3. Es wurde ein für die Phylogenese der Dinosaurier und der aus ihnen hervorgegangenen Vögel bedeutendes Individuum entdeckt.

2006 ging man davon aus, dass Juravenator starki keine Befiederung besaß. Wenig später wurden UV-Fotografien ausgewertet, die das partielle Vorhandensein von haar- und borstenartigen Bildungen vermuten lassen. Eindeutige Befiederungsspuren gibt es jedoch nicht. Da Juravenator zur Dinosaurier-Großgruppe der Coelurosaurier gehört, der man auf Grund von Funden – vor allem aus China – grundsätzlich eine Befiederung zusprach, wird die Debatte um die Entstehung und Entwicklung der Federn innerhalb der Theropoda, die als Vorfahren der Vögel gelten, neu belebt.

Sind Dinosaurier-Funde auch in Mecklenburg–Vorpommern möglich? Nachweise von Dinosaurier-Überresten sind in Norddeutschland sehr selten. Aber, auch Mecklenburg-Vorpommern hat „seinen“ Saurier, den Emausaurus ernsti.
Literatur und Quellen (beziehen sich die Quellenangaben auf die Absatz „Jahrhundertfund“?)

Literatur und Quellen