Die Gemeine Schließmundschnecke - Weichtier des Jahres 2010

ClausilidaeAuch für das Jahr 2010 wurde wieder eine Schnecke zum Weichtier des Jahres gekürt. Mit der Gemeinen Schließmundschnecke Alinda biplicata (Montagu 1803) wählte man einen Vertreter aus der großen Gruppe der Schließmundschnecken. In Deutschland gibt es 27 Arten, weltweit sind 1.300 bekannt. Ihre Unterscheidung ist für Laien teilweise schwierig. Sie erfolgt zumeist nach Detailstrukturen des Gehäuses. Entscheidende Bestimmungsmerkmale sind die Gehäusegröße, die Zahl und Form der Umgänge, die Rippung, aber vor allem die Gestaltung der Mündung und des Verschlusssystems aus Falten und der Verschlussklappe (Clausilium). Im Gegensatz zu den meisten anderen Schneckenarten sind die heimischen Schließmundschnecken alle linksgewunden. Die turmförmige, 1-2 cm lange Gemeine Schließmundschnecke gehört zu den größten und häufigsten heimischen Arten. Sie besitzt eine breite ökologische Spannweite.

Vorkommen

Man findet sie in Laubwäldern, Gebüschen, Seggenrieden, an Totholz, wie auch an alten Gemäuern und in deren Umfeld. Mit ihren bräunlichen lang gestreckten Gehäusen können sich die Schnecken gut in engen Spalten verstecken. Die Tiere ernähren sich von Algen, Bakterienrasen, Pilzen und verschiedenen welken oder faulen Pflanzenteilen. Frische Pflanzenteile werden weniger gern aufgenommen.

Stellvertretend für die selteneren und weniger bekannten Arten der Familie wurde die Gemeine Schließmundschnecke zum Weichtier des Jahres gewählt, um damit auch auf einige bedrohte Lebensräume aufmerksam zu machen. Bei der Sanierung von altem Mauerwerk sollte man deshalb auch immer an die zahlreichen Spaltenbewohner denken, zu denen auch die Schließmundschnecken gehören