Weichtier des Jahres

Mäuseöhrchen und Tigerschnegel

Das Mauseöhrchen und Tigerschnegel etwas miteinander zu tun haben, erscheint auf den ersten Blick nicht schlüssig. Bekommt man die Tiere aber zu Gesicht, wird schnell deutlich, dass sie mit gefräßigen Raubtieren und kleinen grauen Nagern wenig gemein haben, denn als Schnecken gehören sie zum Tierstamm der Weichtiere. Nach den Gliederfüßern (Krebse, Spinnen, Insekten u.a.) sind die Weichtiere mit etwa 135.000 Arten der zweitgrößte Tierstamm. Man teilt sie in 8 Klassen ein, von denen die Schnecken (Gastropoda) und die Muscheln (Bivalvia) zu den größten und auch bekanntesten gehören. In Deutschland gibt es etwa 360 Binnenmolluskenarten, für Mecklenburg-Vorpommern konnten 200 Arten und 3 Formen nachgewiesen werden.

Seit dem Jahr 2003 gibt es in Deutschland die Aktion „Weichtier des Jahres“. Sie wurde von der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft ins Leben gerufen, um auf diesem Wege über ausgewählte Molluskenarten zu informieren sowie molluskenkundliche Themen und Naturschutzprobleme bekannt zu machen. Ein Kuratorium von Wissenschaftlern verschiedener Institutionen und malakologischer Arbeitskreise hat seitdem in jedem Jahr diesen Titel vergeben.

In den Naturhistorischen Landessammlungen für Mecklenburg-Vorpommern, die Bestandteil des Müritzeums in Waren (Müritz) sind, wird seit 1866 die Artenvielfalt der Molluskenfauna des nordostdeutschen Raumes dokumentiert. Die Molluskensammlung mit mehr als 8.000 Serien ist die bedeutendste Sammlung für Mecklenburg-Vorpommern. Viele Belege stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden von Sammlern, wie Hermann von Maltzahn, Carl Arndt und C. M. Wiechmann, zusammengetragen. Durch die Kontinuität der Sammlungstätigkeit bis in die Gegenwart wurde die Sammlung zu einem wertvollen Fundus für die wissenschaftliche Arbeit. 

Erfahren Sie mehr über Mauseöhrchen, Tigerschnegel sowie alle anderen Weichtiere der vergangenen Jahre.