Der Laubfrosch - Froschlurch des Jahres 2008

Froschlurch des Jahres 2008Wer kennt ihn nicht? Jeder hat schon etwas vom Wetterfrosch gehört, aber bei weitem nicht jeder weiß, dass das Vorbild des Wetterfrosches der Laubfrosch (Hyla arborea, Linneaeus 1758) ist. Noch weniger haben wahrscheinlich je ein lebendes Exemplar gesehen, schon gar nicht in freier Wildbahn.

Als Werbe- und Sympathieträger begegnet uns der Laubfrosch vielerorts. Dafür sind sicher in erster Linie sein niedliches Äußeres, gekennzeichnet durch den rundlichen Kopf und vor allem die großen Augen, verantwortlich.

Merkmale

Der wissenschaftliche Name des Laubfrosches Hyla arborea, gibt Auskunft über seine Lebensweise. Hyla ist griechisch und bedeutet Wald, arborea ist Latein und bedeutet auf Bäumen lebend. Laubfrösche sind die einzigen baumbewohnenden Amphibien Europas.

In Europa kommen mindestens vier Laubfroscharten vor: der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea), der Mittelmeer-Laubfrosch (Hyla meridionalis), der Tyrrhenische Laubfrosch (Hyla sarda) und der Kleinasiatische Laubfrosch (Hyla savignyi).

Froschlurch des Jahres 2008Unser einheimischer, europäischer Laubfrosch erreicht im geschlechtsreifen Alter eine Körperlänge von 35 50 mm, und wird 4-6,5 g schwer wird. Die Oberseite ist meist blattgrün, bisweilen treten aber auch braune, graue, gelbliche oder gefleckte Exemplare auf. Selbst blaue Tiere kommen vor. Die grüne Oberseite und die weißliche Unterseite sind durch eine schwarze, gegen das Grün gesäumte Linie getrennt, die an den Hüften eine Schleife bildet. Die Enden der Finger und Zehen sind zu kleinen Haftscheiben erweitert. Diese ermöglichen es ihm, an glatten steilen Pflanzenteilen sicher empor zu klettern. Besonders beeindruckend ist es, zu beobachten, wie ein Laubfrosch selbst an einer senkrechten Terrarienscheibe problemlos Halt findet.

Der Europäische Laubfrosch besiedelt vor allem reich strukturierte Landschaften. Wichtig sind ein hoher Grundwasserstand im Hügel und Flachland, aber auch Seen, Teiche und Weiher von hoher Wasserqualität, um das Heranwachsen der Brut sicherzustellen. Entscheidend sind in diesem Zusammenhang auch, eine krautreiche Flachwasserzone und eine möglichst intensive Besonnung der Gewässer.

Nahrung

Dank seiner klebrigen Zunge gehören fast alle Insekten bis zu einer bestimmten Größe zu seinem Nahrungsspektrum.

Fortpflanzung

Ein Erlebnis für alle Sinne, bietet die Laubfroschbeobachtung vor allem in den Monaten April und Mai. In der Laichzeit kann man auch im Müritzgebiet vielerorts die charakteristischen Froschkonzerte vernehmen. Dank der beim Rufen aufgeblähten Schallblase der Männchen, dringt sein schnelles „gäck…, gäck…“ auch zu 2km entfernten Artgenossen vor. Nach der Paarungs- und Laichzeit verlassen die adulten Tiere die Gewässer und wandern bis in die Kronenbereiche der Bäume. In den Teichen aber entwickelt sich neues Leben. Aus den Eiern schlüpfen die Larven. Die Kaulquappe verwandelt sich während der Metamorphose nach und nach in einen fertigen Frosch. Im Juli und August verlassen diese ihre Geburtsgewässer und leben nun in gewässernahen Gebüschen. Im Spätherbst wandern alle Tiere, zum Teil kilometerweit, in ihre Winterquartiere. Der Laubfrosch überwintert zum Beispiel in frostfreien Erdhöhlen oder Lücken im Wurzelbereich von Laubbäumen.

Gefährdung

Aber der Laubfrosch ist in seinem Bestand bedroht, und steht seit Jahren deutschlandweit auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. Um vielen Menschen diese Tatsache bewusst zu machen, und sie für den Schutz dieses schönen und interessanten Tieres zu sensibilisieren, wurde er zum Froschlurch des Jahres 2008 gekürt.

Nehmen wir die Wahl des Laubfrosches zum Froschlurch des Jahres zum Anlass, uns erneut der Schönheit und der Faszination dieses Tieres bewusst zu werden. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass auch diese Art weiterhin ein lebendiger Teil unserer Fauna bleibt.

Literatur/Quellen