Die Äsche – Fisch des Jahres 2011

Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium  für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die Äsche zum Fisch des Jahres 2011 gewählt. Neben der berechtigten Sorge um die selten gewordene Art darf ihre Kür zum Fisch des Jahres 2011 auch als Antwort auf die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 gesehen werden.

Merkmale:

SüßwasserfischDie Äsche (Thymallus thymallus) ist ein typischer Bewohner klarer, schnell fließender Bäche und Flüsse. Im Gegensatz zur Bachforelle ist die Äsche weniger an Deckung bietende Uferbereiche gebunden. Sie hält sich bevorzugt im turbulenten Freiwasser der Fließgewässer auf.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich fast über ganz Europa. Sie fehlt nur in Spanien, Portugal, Süditalien, Irland und in den meisten Flüssen der norddeutschen Tiefebene. In den größeren Fließgewässern ist sie der Leitfisch eines nach ihr benannten Gewässerabschnittes – der Äschenregion.
Äschen gehören zu den schönsten Fischen unter den heimischen Arten.
Der spindelförmige Körper hat einen kleinen Kopf mit spitzer Schnauze. Die Augenpupille ist vorn spitz zulaufend. Der Rücken ist graugrün oder bläulichgrau gefärbt, die Flanken und der Bauch sind silberweiß bis messingfarben. Eine fahnenartig ausgezogene Rückenflosse ist durch purpurfarbene Augenflecken gekennzeichnet. Besonders auffällig ist die große Rückenflosse der Männchen, die dazu dient, in der Laichzeit die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen.

Fortpflanzung:

Während der Laichzeit sind die Äschen prächtig gefärbt. Besonders leuchten dann das Rot und das Grün der Rückenflosse. Vor dem Laichen imponiert das Männchen mit seiner Fahne, der Rückenflosse, die es beim Laichen über das Weibchen legt. Zur Vermehrung sucht die Äsche geeignete Laichplätze in ihrer direkten Umgebung mit sandig– kiesigem Grund auf. Das Weibchen legt die gelbbraunen Eier in eine flache Grube und bedeckt diese mit Kies. Die Larven bleiben nach dem Schlupf zwischen Steinchen verborgen, bis ihr Dottersack aufgebraucht ist.

Gefährdung:

Mit der Wahl der Äsche zum Fisch des Jahres wollen die Verbände und das Bundesamt für Naturschutz auf den starken Rückgang der Art aufmerksam machen. Die Äschenregionen der Flüsse sind durch wasserbauliche Maßnahmen sowie Gewässerverschmutzungen betroffen, wodurch der Lebensraum dieser Art bereits seit mehreren Jahrzehnten stark beeinträchtigt ist. Äschen reagieren sehr empfindlich auf Umweltverschmutzungen. Ein weiteres Problem, welches in den letzten Jahren verstärkt hinzukommt, sind die hohen Kormoranbestände. Da sich die Laichplätze der Äschen über den deckungslosen, flachen Kiesbänken der Flüsse befinden, sind sie besonders während des Laichens eine leichte Beute.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Äsche nur selten zu finden. Es fehlen jegliche  Belege für eine historische Verbreitung. Aktuelle Vorkommen beruhen auf Besatzmaßnahmen durch den Anglerverband. Die Äsche ist in Mecklenburg – Vorpommern somit eine eingebürgerte Fischart.

Nahrung:

Äschen sind ausgesprochene Kleintierfresser. Sie bevorzugen Insekten und Bachflohkrebse. Größere Äschen fressen gelegentlich auch Kleinfische.

Laichzeit:

März bis April

Größe:

Die Länge von ausgewachsenen Äschen beträgt 20 bis 40 Zentimeter. In seltenen Fällen können Äschen bis zu 70 Zentimeter lang werden und dann ein Gewicht von drei Kilogramm erreichen.

Andere Namen:

Asch, Aescher, Ascher, Aeschling, Springer, Mailing, Perpel, Spalt

Verwechslungen:

Auf Grund des typischen Körperbaues der Äsche sind keine Verwechslungen mit anderen Fischen möglich.

Schon gewusst?

Das Fleisch der Äsche riecht nach Thymian, deshalb auch der lateinische Name Thymallus thymallus.