Die Karausche – Fisch des Jahres 2010

Merkmale

KarauscheDie Karausche ist eine äußerst robuste und genügsame Fischart. Sie kommt vorwiegend in kleinen, pflanzenreichen, stehenden Gewässern vor (Tümpel, Sölle, Weiher). Gelegentlich ist sie aber auch in Flüssen mit geringer Strömungsgeschwindigkeit und im Brackwasser anzutreffen. Da Karauschen zu den widerstandsfähigsten Fischen gehören leben sie auch noch in stark verkrauteten Tümpeln und Gräben mit Schlammablagerungen unter ungünstigen Sauerstoffverhältnissen. Da sie in solchen Gewässern oft konkurrenzlos und ohne Feinde leben, neigen sie dort zur so genannten Verbuttung (Überbevölkerung und Schlechtwüchsigkeit). Wenn das Gewässer kurzzeitig austrocknet können sich Karauschen im Schlamm vergraben und überleben. Zur Überwinterung verfallen sie, eingegraben im Schlamm, in eine Art Winterstarre. Bei der Neu- und Erstbesiedlung  von Gewässern gehört sie oft zu den Pionierarten.

Der Verbreitungsschwerpunkt der Karausche liegt im Gebiet nördlich des Schwarzen und Kaspischen Meeres. Mit Ausnahme von Nordskandinavien, Portugal und dem Adriagebiet wird Europa fast vollständig besiedelt. Der Körper der Karausche ist meistens sehr hochrückig, gedrungen und seitlich stark abgeplattet. Mit zunehmendem Alter wird der Körper hochrückiger, bei Nahrungsmangel ist jedoch zu beobachten, dass sich eine flachere Form herausbildet. Der relativ kleine Kopf hat ein endständiges (Ober- und Unterkiefer gleich lang) Maul ohne Barteln. Dieses ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Weißfischen, zum Beispiel dem sehr ähnlichen Schuppenkarpfen. Die Rückenflosse ist stets leicht nach außen gewölbt. Neben den häufig vorkommenden verbutteten (kleinwüchsigen) Beständen können Karauschen in Seen oder langsam strömenden Flüssen aber auch zu großen Speisefischen heranwachsen. Auf Grund der enormen Größenunterschiede einzelner Populationen sind in der Vergangenheit auch Unterarten der Karausche beschrieben worden.

Fortpflanzung

Die Karausche ist ein Sommerlaicher. Die Geschlechtsreife tritt im dritten bis vierten Lebensjahr ein. Verbuttete Bestände pflanzen sich bereits bei Körperlängen von weniger als 10 Zentimeter fort. Die klebrigen, 1 bis 1,5 Millimeter großen Eier werden von Juni bis Juli portionsweise an Wasserpflanzen geheftet (pro Weibchen bis zu 300.000 Stück). Je nach Wassertemperatur schlüpft die Brut bereits nach drei bis sieben Tagen. Relativ häufig kommt es bei Karauschen zu Farbmutationen (Goldkarauschen).

Gefährdung

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Karausche flächendeckend zu finden. Daher ist die robuste Art in unserem Bundesland momentan nicht gefährdet. Bundesweit nehmen die Bestände jedoch stark ab. Regional, wie beispielsweise in Nordrhein – Westfalen, gilt die Art als stark gefährdet. Die Ursachen hierfür liegen in erster Linie in der Veränderung der Lebensräume. So ist die Verfüllung von Kleinteichen, in den vergangenen Jahren, der Hauptgrund. Diese stellen den wichtigsten Lebensraum der Karauschen dar. Auch durch die Beseitigung von Alt- und Auengewässern, ihr bevorzugter Lebensraum in Fließgewässern, wurde ihr Bestand beeinträchtigt. Zu ihrem Schutz sollten spezifische Lebensräume, besonders die „Karauschentümpel“, erhalten werden.

Nahrung

Kleintiere aller Art (Insektenlarven, Würmer, Schnecken, Kleinkrebse), Pflanzen

Laichzeit

Mai bis Juli

Größe

Die mittlere Länge beträgt etwa 20 Zentimeter. Rekordexemplare können über 2 Kilogramm schwer werden. Sie sind dann bis zu 50 Zentimeter lang. In verbutteten Beständen kann die Länge ausgewachsener Tiere unter 10 Zentimeter bleiben.

Andere Namen

Krutsche, Krutsch, Moorkarpfen, Schneiderkarpfen, Bauernkarpfen, Tellerkarausche (besonders große Tiere), Maibodder (Maibutter)

Schon gewusst?

Jungtiere tragen einen ausgeprägten, dunklen Fleck auf dem Schwanzstiel und sind dadurch gut von anderen Fischen zu unterscheiden.