Der Aal – Fisch des Jahres 2009

Europäischer Aal, schlangenförmigDer europäische Aal lebt als dämmerungs- und nachtaktiver Bodenfisch in fast allen Gewässern Nord- und Mitteleuropas. Es gibt kaum eine andere Fischart, welche so viele Besonderheiten aufweist. Durch seinen schlangenförmigen, lang gestreckten und fast drehrunden Körper ist er gut von anderen Fischarten zu unterscheiden. Ein langer Flossensaum vereint Rücken- Schwanz- und Afterflosse. Die Haut des Aals besitzt sehr kleine Schuppen. Diese fallen kaum auf, da sie von einer dicken Schleimschicht überzogen sind. Der Europäische Flussaal (Anguilla anguilla) gehört zur Ordnung der Aalartigen (Angulliformes) und wird der Klasse der echten Knochenfische (Osteichthyes) zugeordnet.

Merkmale

Die Färbung der Oberseite kann zwischen dunkelgrün und schwarz schwanken, während der Bauch von gelb (Gelbaal) bis weiß (Blankaal) variiert. Aale haben einen sehr guten Geruchssinn. Das recht große Maul reicht bis unter die Augen und ist leicht oberständig ausgebildet, das heißt, der Unterkiefer ist etwas länger als der Oberkiefer. Die Breite von Maul und Kopf hängt mit der Ernährungsweise des jeweiligen Individuums zusammen. Es werden so genannte Spitzkopf- und Breitkopfaale unterschieden. Während Spitzkopfaale überwiegend Kleintiere, wie Würmer und Kleinkrebse fressen, ist der Breitkopfaal ein Fischjäger. Die prozentuale Verteilung beider Formen in einem Gewässer hängt ausschließlich mit dem vorherrschenden Nahrungsangebot eines jeweiligen Gewässers zusammen.

Aale sind in der Lage, beachtliche Strecken über feuchtes Land zurückzulegen, denn sie können den lebensnotwendigen Sauerstoff auch über die Haut aufnehmen.

Darüberhinaus zählt der Aal zu den begehrtesten Speisefischen und ist somit einer der wichtigsten Wirtschaftsfische der Binnenfischerei.

Einige wunderschöne Exemplare des Aals können Sie auch in unseren Schau-Aquarien im Müritzeum bestaunen.

Fortpflanzung

Im Alter von 12–15 Jahren stellen Aale die Nahrungsaufnahme ein und bekommen eine feste, am Bauch silbrig glänzende Haut und große Augen. Sie beginnen nun die Laichwanderung (katadrome Wanderung) ins Meer. Die Verdauungsorgane bilden sich zurück und machen den sich kräftig entwickelnden Geschlechtsorganen Platz. Von August bis Oktober durchwandern die so genannten Blankaale die Ostsee und verschwinden nach der Passage der Nordsee in den Tiefen des Atlantiks.

In der Sargassosee (Westatlantik), südwestlich der Bermudas, befindet sich in mehr als 200 Meter Tiefe das Laichgebiet der Aale. Bis hierher muss ein Aal aus deutschen Gewässern etwa 5000 bis 6000 Kilometer zurücklegen. Das ist eine sensationelle Leistung!

Auch wenn die Tiere noch nie bei der Fortpflanzung beobachtet wurden, so ist bekannt, dass die Elterntiere unmittelbar nach dem Ablaichen sterben. Aus den pelagischen (im freien Wasser befindlichen) Eiern schlüpfen die Larven und wandern in Gestalt eines Weidenblattes, im Verlauf von etwa 3 Jahren, mit dem Golfstrom nach Nordafrika und Europa. Vor dem Erreichen der Küstengebiete wandeln sich die so genannten Weidenblattlarven zu etwa 7 Zentimeter langen Glasaalen. Beim anschließenden Aufsteigen (Steigaale) ins Süßwasser, welches über die großen Flüsse gelingt, erhalten die durchsichtigen Glasaale ihre dunkle Färbung.

Gefährdung

In der roten Liste der Rundmäuler, Süßwasser- und Wanderfischarten Mecklenburg-Vorpommerns (2002) wurde der Aal als gefährdete Fischart eingestuft! Erfahren Sie mehr übr die Ursachen für die Gefährung des Aals.

Nahrung

Fische, Würmer, Insektenlarven, Krebstiere, Muscheln, Schnecken u. a.

Laichzeit

Frühjahr und Sommer

Größe

Weibchen bis 1,50 Meter, Männchen bis 0,50 Meter

Andere Namen

Flussaal, Blankaal (abwandernde Exemplare), Glasaal, Steigaal (pigmentierte Jungaale), Silberaal, Breitkopf, Breitmaul, Spitzkopf, Spitzmaul, Gelbaal, Fressaal

Verwechslungen

Bei oberflächlicher Betrachtung können Aale mit Quappen verwechselt werden!

Text: M. Kastner