Historische zoologische Sammlung bewahrt

OrnithologeBei Recherchen über den Verbleib historischer naturwissenschaftlicher Sammlungen aus Mecklenburg–Vorpommern wurden die Mitarbeiter der Naturhistorischen Lan­dessammlungen auf die Alexander von Homeyer-Gedenkstätte in Kirch-Baggendorf aufmerksam. Dort wurde eine kleine zoologische Sammlung aufbewahrt und ausge­stellt, die nachweislich aus dem Gutshaus in Vorland stammte und deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Ornithologen A. v. Homeyer zugeschrieben werden kann.

Alexander von Homeyer wurde 1834 als Sohn des Gutspächters in Vorland bei Grimmen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Stralsund wurde er Kadett im preußischen Militärdienst. Schon früh interessierte er sich für die Ornithologie. Während seines Militärdienstes in der Garnison in Frankfurt/Main verwaltete er ne­benbei die Vogelsammlung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Sein Militärdienst führte ihn auch nach Schlesien, wo er sich intensiv an der ornitho­logischen Forschung beteiligte. Er verfasste zahlreiche naturwissenschaftliche Publi­kationen. Große Forschungsreisen führten ihn in die westlichen Mittelmeerländer, auf die Balearen und nach Zentralafrika. Auch als Entomologe wurde von Homeyer sammelnd und forschend aktiv. Seine Schmetterlingssammlung umfasste ca. 50.000 Exemplare, davon gelangten ca. 35.000 Belege nach seinem Tod in den Besitz der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Ein Großteil seiner 14.000 Stücke umfassenden Eiersammlung gelangte ebenfalls in die Frankfurter Sammlung. Nach seinem krankheitsbedingten Abschied vom Militär lebte von Homeyer in Anklam und Greifswald, wo er 1903 an den Folgen einer sich in Afrika zugezogenen Krankheit verstarb.

CollectionDer einzige Ort in Mecklenburg-Vorpommern, wo an den Naturforscher und Sammler Alexander von Homeyer erinnert wird, ist die kleine Gedenkstätte, die sich zunächst in Vorland, im Geburtshaus des Ornithologen befand und seit 1999 im nahe gelegenen Kirch – Baggendorf angesiedelt ist. Ausstellungstafeln informieren über Leben und Werk des vorpommerschen Naturwissenschaftlers. Die kleine kulturhisto­risch interessante Sammlung von A. v. Homeyer, die ebenfalls zum Teil dort ausge­stellt wird, umfasst 5 große, aufwändig hergestellten Holzkästen, in denen sich 80 kleine verglaste Holzkästchen befinden. Ihr Inhalt sind Skelette verschiedener Wir­beltiere, aber auch Rupfungen von Vögeln oder Eier. Es handelt sich dabei vermut­lich um eine Lehr- oder Studiensammlung aus dem 19.Jh. Zahlreiche Kästchen wa­ren beschädigt und bedurften dringend einer fachgerechten Restaurierung, da sich ihr Inhalt bereits vom Boden abgelöst hatte.

Um den Erhalt der kleinen Sammlung dauerhaft zu gewährleisten, wurde gemeinsam mit der Bürgermeisterin der Gemeinde und dem Strukturförderverein „Trebeltal“ e.V. nach einer Lösung gesucht. Es wurde vereinbart, dass die Sammlung in den Bestand der Naturhistorischen Landessammlungen im MÜRITZEUM übernommen und durch den dortigen Präparator restauriert wird. Ein Teil der bereits aufgearbeiteten Käst­chen wurde inzwischen als Dauerleihgabe der Gedenkstätte in Kirch-Baggendorf übergeben und ist wieder Bestandteil der Ausstellung über den Ornithologen Alexander von Homeyer.