Letzte Belege einer aussterbenden Art


Am 6. März erhielt das Müritzeum für Großtrappenbelegseine Naturhistorischen Landessammlungen eine Schenkung der besonderen Art. Dr. Werner Eichstädt, langjähriger Vorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. übergab dem Museum Funde von Großtrappen, die in dem harten Winter 1978/79 zu Tode gekommen waren.
Die Großtrappe (Otis tarda) ist der größte flugfähige Vogel in Mitteleuropa und war einstmals auch in Mecklenburg-Vorpommern verbreitet. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts besiedelte sie die weiträumige Agrarlandschaft. Im Jahr 1935 betrug der Gesamtbestand noch ca. 560 Exemplare. Zahlreiche Faktoren führten in den folgenden Jahren zu einer Ausdünnung der mecklenburgischen Populationen und der stetigen Verkleinerung des Verbreitungsgebietes. Im südöstlichen Zipfel Mecklenburg - Vorpommerns an der Grenze zu Brandenburg, befand sich ein bevorzugtes Wintereinstandsgebiet. Im Winter 1977/78 wurden hier Konzentrationen von max. 42 Vögeln beobachtet. Während des extremen Winters 1978/79, der mit starkem Schneefall, Schneeverwehungen und Frost lange Zeit ganze Gebiete von der Außenwelt abschnitt, starben zahlreiche Vögel infolge Nahrungsmangel oder Erschöpfung. Sie wurden sichergestellt, tierärztlich untersucht und als Belege seither aufbewahrt. Die zwei Vogelbälge und die Rupfungen von 10 Großtrappen stellen ein wertvolles wissenschaftliches Material dar, das nun in den Naturhistorischen Landessammlungen aufbewahrt wird und für weiterführende Forschungen zur Verfügung steht.