Karl Bartels - Ornithologe und Naturschützer 

Das Müritzeum besitzt mit seinen Naturhistorischen Landessammlungen für Mecklenburg-Vorpommern nicht nur einen reichen Bestand naturwissenschaftlicher Belege, sondern auch eine umfangreiche Sammlung von Archivalien und Fachliteratur.

Eine Vielzahl von Korrespondenzen und Dokumenten geben Auskunft über die Arbeit des ersten Naturschutzbeauftragten für den damaligen Kreis Waren Karl Bartels, seinen Kampf um den Schutz von Adlern und Kranichen sowie um die Schaffung eines Naturschutzgebietes am Ostufer der Müritz.

Durch die Auswertung bisher unveröffentlichter Quellen sowie die Zusammenfassung verstreut publizierter Angaben, konnte nun das Leben und verdienstvolle Wirken von Karl Bartels für den Naturschutz umfassend und neu bewertet werden. 

Auf den guten Willen kommt's an - Karl Bartels (1884-1957) - Ornithologe und Naturschutzaktivist der ersten Stunde ist der Titel der Veröffentlichung von Dipl.-Biol. Renate Seemann, der in der Rostocker Zeitschrift „Zeitgeschichte regional“ 12.Jg./H.2 (2008) erschienen ist.

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Aus dem Leben von Karl Bartels

Naturschützer Karl BartelsKarl Max Emil Bartels wurde am 29. Juni 1884 als Sohn des Kaufmanns Karl Bartels in Teterow geboren. Karl Bartels war 26 Jahre alt, als er seinen Wohnsitz nach Röbel verlegte. Der Naturfreund fand auch hier am südwestlichen Ufer der Müritz vielfältige Ziele für Naturbeobachtungen. Im Jahr 1914 gelang es Karl Bartels, inzwischen Oberpostsekretär, nach Waren versetzt zu werden. „Jetzt war ich dort, wohin ich längst wollte“, schrieb er rückblickend 1957.

Im Jahr 1924 wechselte Karl Bartels an das Finanzamt in Waren und begann eine Tätigkeit als Finanzinspektor. Am 20. August 1926 ging ein Brief an die Regierung des Freistaates Mecklenburg-Schwerin mit der „Bitte der Vereinigung für Heimatschutz in Waren (Müritz) um Schutzmaßnahmen für noch an der Müritz brütende Adlerarten“. Darin hieß es: „Als letzte Zuflucht in unserer mecklenburgischen Heimat und fast des ganzen deutschen Vaterlandes suchen noch alljährlich mit zäher Beharrlichkeit und Treue einzelne Paare vom See- und Fischadler in den weiten Wäldern an den Ufern unserer Müritz Unterkunft und Brutstätte."

Ein wichtiges Kapitel im Leben von Karl Bartels war der jahrzehntelange Einsatz für das „von Maltzan’sche Naturhistorische Museum für Mecklenburg“ in Waren. Ehrenamtlich betreute er ab 1929 die Vogelsammlung und war Stellvertreter des Museumsleiters Carl Hainmüller. Gemeinsam brachten sie das Museum mit seinen wertvollen Sammlungen durch schwierige Zeiten.