Das Herbar

Schätze aus dem Pflanzenreich

Herbar im MüritzeumDie Pflanzensammlung umfasst Farne, Blütenpflanzen, Moose, Algen, Pilze, aber auch Sondersammlungen wie Samen oder Holzproben. Zu den ersten Sammlungsbelegen gehörte ein Herbar des Jabeler Pastors E. Reuter (Schwerin, um 1836) sowie Pilze, Moose, Gefäßpflanzen und Samen des Arztes Dr. B. Füldner (Dömitz, um 1850). Carl Struck trug während seiner 32-jährigen Tätigkeit durch eigene Aufsammlungen in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz viel zum stetigen Anwachsen des Bestandes bei. Er legte beispielsweise einheitliche Herbarbögen mit gedruckten Etiketten an.

Grüne Geschenke für die Sammlung

Botaniker aus dem „Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg“ unterstützten Strucks Sammeltätigkeit mit Schenkungen, wie zum Beispiel F. Timm (Malchin, um 1850), E. H. L. Krause (Rostock, um 1880), L. Brinkmann (Rostock, um 1850) und H. Brockmüller (Schwerin, um 1865). Einen besonderen Schatz stellen auch einige kleinere Einzelsammlungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert dar, so zum Beispiel eine 5-bändige Exsikkatensammlung von F. Erhart aus Bern (1742–1795), Pflanzenbelege des Malchiner Apothekers F. Timm (um 1780), Moossammlungen von G. E. W. Crome (Schwerin 1803–1806), B. Fiedler (Schwerin 1842–1846), K. Wüstnei (Schwerin um 1850) und Fr. W. Konow (Fürstenberg, 1877).

In den 80er Jahren wurde das Herbar neu geordnet und für die wissenschaftliche Arbeit besser zugänglich gemacht. Die Kontakte zu den Botanikern in Mecklenburg und Vorpommern wurden neu geknüpft. Zahlreiche Neuzugänge kamen vor allem aus Schenkungen und Nachlässen, zum Beispielvon H. Wollert (Teterow), M. Succow (Greifswald), und I. Büttner (Waren), aber auch aus Aufsammlungen von Museumsmitarbeitern wie U. Voigtländer, H. D. Knapp und W. Wiehle.

Besonders umfangreiche, wissenschaftlich wertvolle Sammlungen zur Flora unseres Bundeslandes kamen in den letzten Jahren hinzu, so die Herbarien von W. Dahnke (Parchim; coll. Dahnke ges. 3666 Belege), K. Krull (Peckatel; 3033 Belege ), M. Schönfeld (Neubrandenburg) und G. Schulze (Schwerin).

Moose, Flechten und Pilze

Die höheren Pflanzen der Sammlung sind fast vollständig. Moose, Flechten und Pilze sind jedoch erst zum Teil inventarisiert, katalogisiert und im Computer erfasst.

Die Moossammlung wurde bisher erst zu einem kleinen Teil bearbeitet. Rund 4.900 Proben sind bestimmt und inventarisiert. Sie stammen vor allem von C. Struck, K. Hahn, B. Fiedler, K. Kloss, H. Holdack und W.Wiehle.  

Die Flechtensammlung umfasst 163 Belege von ca. 100 Arten. Die Sammlung wurde 1994 von Frau Dr. B. Litterski revidiert und erfasst.

Die Pilzsammlung hat nur einen geringen Umfang. Zu den wenigen Fascikeln aus dem 19. Jahrhundert kam in den 1990er Jahren eine umfangreichere Sammlung von T. Richter (Rehna) hinzu.

Derzeit hat das Herbar einen Umfang von mehr als 35.000 Pflanzenbelegen und ist neben der Greifswalder Universitätssammlung die bedeutendste Pflanzensammlung für Mecklenburg-Vorpommern. Bemerkenswert sind die Belege zahlreicher seltener und im Gebiet nicht mehr nachgewiesener Arten.

Neue Sammlungsstücke 2005–2010

Ihre Fragen zum Herbar und seinen Exponaten beantwortet Ihnen Renate Seemann gern am Telefon unter  (03991) 63368-13 oder per E-Mail unter r.seemann@mueritzeum.de.