Haltung von Teichmuscheln

AnodontinaeDie kurzeitige Haltung von Muscheln ist grundsätzlich nicht schwierig, eine dauerhafte Haltung (sowie Vermehrung) jedoch schon. Die Muscheln filtrieren ihre Nahrung in Form von Schwebstoffen aus dem Wasser. Das ist vorwiegend Detritus (im Wasser schwebende organische Stoffe aus sich zersetzenden Pflanzen), aber auch tierisches und pflanzliches Plankton. Somit sollte der Teich nicht zu klar gefiltert sein (sonst wird die Nahrung entzogen) und einen etwas schlammigen und mehrere Zentimeter starken Bodengrund haben. Dort vergraben sich die Muscheln wühlen den Schlamm bei ihren Bewegungen auf und strudeln die Schwebstoffe als Nahrung ein.

Wichtig ist, dass auch über dem Bodenbereich immer genügend Sauerstoff vorhanden ist, sonst ersticken die Muscheln! Gerade im Winter ist das nicht einfach hinzubekommen. Aber mit einer Strömungspumpe im Teich, welche die Oberfläche stets offen hält, müsste das möglich sein. Der Teich sollte für den Winter gut einen Meter tief sein.

Die Teichmuschel bringt bis zu 400.000 Eier hervor, welche sich (vorausgesetzt sie sind mit dem einstrudelnden Atemwasser durch eine andere Muschel befruchtet worden) im Kiemenraum der Muschel zu winzigen Larven entwickeln. Diese Larven (Glochidien) werden von der Muschel ins Wasser ausgestoßen und fallen auf den Grund. Schwimmt oder streicht ein Fisch vorbei, so hängt sich die Larve an der Flossenhaut fest (mit Hilfe eines bezahnten Hackens) und hat somit einen Wirtsfisch gefunden. Die Larve entwickelt sich als Parasit am Fisch zur Jungmuschel. Nach beendeter Entwicklung platzt die Haut des Fisches an dieser Stelle auf und die fertige kleine Muschel fällt ab. Nun beginnt das ruhige Muschelleben am Gewässerboden. Für größere Fische stellt dieser Befall mit Muschellarven meist kein Problem dar. Werden Klein- oder Jungfische massenhaft befallen, kann das durchaus bis zum Tod der Fische führen. Weitere interessante Fakten über die Lebewesen im Süßwasser.

Foto: Werner Fiedler