„Tafelsilber“ im Aquarium

Das Aquarium des Müritzeums zeigt fast 50 einheimische Fischarten. Aber eine fehlte bisher – die Kleine Maräne.
kleine-maränenNach mehrjährigen Versuchen ist der Müritz Fischzucht in diesem Jahr mit der Kleinen Maräne etwas Sensationelles gelungen: Die anspruchsvollen Fische dazu zu bringen, statt an knackigen Wasserflöhen an schnödem Trockenfutter Gefallen zu finden. Das ist eine wichtige Vorrausetzung, um diese seltene Fischart dauerhaft in Aquarien zu zeigen. Mit der Großen Maräne ist das schon vor längerer Zeit gelungen. Diese Art ist daher seit 7 Jahren eindrucksvoll im Tiefenbecken des Müritzeums zu bestaunen.
Drei Monate lang wurde die silbrige, quirlige Fischbrut der Kleinen Maräne in einem Quarantänebecken des Müritzeums auf eine Größe von 12 cm Länge und 10 g Gewicht herangezogen. Nun sind diese ebenfalls als Fischschwarm im Tiefenbecken des Hauses unterwegs. Nirgendwo in Europa gibt es bisher einen Schwarm der Kleinen Maräne in Aquarien zu bestaunen! Gemeinsam ziehen nun die Kleinen Maränen und die Großen Maränen ihre Kreise. Der Respekt der Neulinge vor den Großen ist jedoch noch groß – daher bleiben die Kleinen bisher auch unter sich - in einem eigenen Schwarm. kleine und große Maränen
Die Kleine Maräne ist ein Eiszeitrelikt und benötigt tiefe sauerstoffreiche Seen zum Überleben. Sie hat einen silbrigen Glanz und wird daher auch als „Tafelsilber“ der norddeutschen Seen bezeichnet.
Durch die Gewöhnung an Trockenfutter könnte die Kleine Maräne durchaus auch in der Aquakultur zukünftig eine Rolle spielen. Die traditionelle Fischerei kann den gestiegenen Bedarf an diesen äußerst schmackhaften, grätenarmen Fischen, die man sehr vielfältig zubereiten kann, aus natürlichen Gewässern nur teilweise decken.