Das Gebäude

Schnittiges Ufo oder uraltes Schiff?

Müritzeum ParkRiskieren Sie ruhig einen zweiten Blick auf das Müritzeum. Scheint es beim ersten noch ein schnittiges Ufo zu sein, erkennen Sie beim zweiten vielleicht ein uraltes Schiff. Egal von welcher Seite man das am 2. August 2007 eröffnete »Haus der 1.000 Seen« betrachtet, die Fantasie seiner Betrachter bringt immer wieder neue Assoziationen hervor. Und vielleicht reicht nicht einmal der zweite Blick, um die besondere Architektur zu erfassen, die bereits auf das Außergewöhnliche im Inneren schließen lässt. Auf elegante Weise verbindet die imposante Fassade aus verkohlten Lärchenbrettern archaische Natürlichkeit mit technischer Modernität. Harmonisch fügt sich das Gebäude in seine Umgebung mitten in der Altstadt von Waren ein – gut zu erkennen auch an einem Architekturmodell im Foyer des Müritzeums.

Superlative von innen und außen

Verbranntes Lärchenholz im HerrenseeInsgesamt 720 Kubikmeter Beton stecken allein in der 1.200 Quadratmeter großen und 60 Zentimeter dicken Betonplatte für den Boden. Die schrägen, um 60 Grad geneigten Wände wurden aus Sichtbeton gegossen. Eine eingekerbte Fassadentreppe auf der Westseite führt auf die 312 Quadratmeter große Holzterrasse mit einem herrlichen Blick über die Müritz.

Verkleidet wurde das Haus mit angesengten Holzbohlen. Rund 20.000 laufende Meter waren dafür nötig. Mit dieser Idee griff die schwedische Architektin Gunilla Murnieks vom Büro Wingardh eine alte Tradition der Müritz-Region auf, nämlich die des Teerschwelens. Dem alten Waldgewerbe geht in der Region heute allerdings nur noch das Teerschwelergehöft Sparow nach. Hier wurde früher unter anderem Holzkohle für Glashütten oder Ziegeleien hergestellt.

Auf der Seite zum Herrensee scheint der Bau aus dem Wasser aufzutauchen. Hier steht das »Haus der tausend Seen« tatsächlich 70 Zentimeter im Wasser. Das ermöglicht im Untergeschoss einen Blick unter die Wasserlinie und verbindet die Aquarienlandschaft im Haus mit der realen Natur davor.

Nicht nur außen, sondern auch im Innern des Müritzeums erwarten den Besucher Superlative: Architektonisches Highlight ist das über zwei Etagen reichende Becken mit 100.000 Litern Fassungsvermögen und der größten je in Europa gefertigte Scheibe. Dieses größte Aquarium für einheimische Süßwasserfische in Deutschland beherbergt einen 500-köpfigen Maränenschwarm.

Kommen Sie vorbei, riskieren Sie einen Blick und bestaunen Sie die vielen Superlative vor, hinter und im Müritzeum. Und vielleicht erkennen Sie in unserem Gebäude ja noch ein ganz anderes Objekt. Wir freuen uns davon zu hören.